Haltung von Tausendfüßlern

Tausendfüßler (Diplopoda) zählen zu den unkompliziertesten Terrarientieren und eignen sich hervorragend für Einsteiger. Mit der richtigen Einrichtung lassen sich die meisten Arten über viele Jahre pflegen. Die folgenden Hinweise gelten als allgemeine Grundlage – über die genauen Ansprüche der jeweiligen Art solltest du dich vor dem Kauf zusätzlich informieren.

Terrarium und Bodengrund

Tausendfüßler leben grabend und benötigen einen tiefen, lockeren Bodengrund von rund 10 bis 20 cm. Bewährt hat sich eine Mischung aus humusreicher, torffreier Erde mit reichlich Falllaub und morschem Weißholz, in die sich die Tiere tagsüber eingraben können. Für kleinere Arten genügt eine Box ab etwa 30 cm Kantenlänge, größere Arten wie der Afrikanische Riesentausendfüßer benötigen ein Becken ab rund 60 cm Länge. Eine gute Belüftung beugt Schimmel vor.

Temperatur und Feuchtigkeit

Die meisten gehaltenen Arten fühlen sich bei etwa 22 bis 26 °C wohl. Der Bodengrund sollte durchgehend leicht feucht, aber niemals nass sein – am besten hältst du einen Teil des Bodens etwas trockener, sodass die Tiere selbst wählen können. Regelmäßiges Sprühen mit kalkarmem Wasser hält die Luftfeuchtigkeit konstant.

Futter und Kalkversorgung

Falllaub und morsches Holz bilden die Hauptnahrung und dürfen dauerhaft im Terrarium liegen. Ergänzend nehmen Tausendfüßler gerne Gemüse und Obst wie Gurke, Zucchini oder Kürbis an. Für den Aufbau des Außenpanzers und eine reibungslose Häutung ist eine dauerhafte Kalkquelle wichtig – etwa eine Sepiaschale oder zerstoßene Eierschalen.

Vergesellschaftung und Umgang

Tausendfüßler sind absolut friedlich und lassen sich gut in kleinen Gruppen halten. Weiße Asseln und Springschwänze leisten als „Reinigungspolizei“ wertvolle Dienste, da sie Futterreste und Schimmel beseitigen. Zur Abwehr können Tausendfüßler bei Stress ein Wehrsekret ausstoßen, das Haut und Augen reizt – fasse die Tiere daher nur behutsam an und wasche dir anschließend die Hände.

Haltung der Schaben

Schaben sind sehr reinliche Tiere und weisen ein großes Sozialverhalten auf.

Eine Gruppenhaltung  ist sehr zu empfehlen, da die Schaben in Gruppen Pheromone produzieren, die die Entwicklung begünstigen  und das stetige Wachstum hervorrufen.

Eine Gruppe sollte mindestens aus zehn Tieren bestehen.

Wenn genug Platz vorhanden ist können die Tiere auch in größeren Gruppen gehalten werden, da einige Arten Territorien aufbauen wie  z.B die Gromphadorrhina portenosa.

Schaben werden gerne als nahrhafte Futtertiere oder  als  Einsteigertiere verwendet. Diese Tiere sind in Gefangenschaft leicht zu halten, da sie sehr robust und anpassungsfähig sind.

Schaben sind nachtaktive Tiere und werden während der Dämmerung aktiv.

Sie sind hervorragende Ausbruchskünstler und quetschen sich in jede noch so kleine Ritze, aus diesem  Grund muss die Behausung unbedingt ausbruchsicher sein. Zusätzlich empfehle ich einen bis zu 50 mm breiten Vaseline-Rand an der oberen Innenseite des Behältnisses aufzutragen, da der Großteil der Schaben die Vaseline-Barriere nicht überwinden kann. Eine Ausnahme ist zum Beispiel die Käferschabe, für sie stellt ein Vaseline-Rand kein besonderes Hindernis dar, im Gegenteil, sie fressen ihn sogar.

Nicht alle Schaben können glatte Wände erklimmen und sind deshalb in der Aufzucht leichter zu halten.

Dichte Terrarien oder Plastikboxen mit fest verschließbarem Deckel  sind hervorragende Behausungen.

Für die Belüftung empfiehlt sich ein sehr feines Drahtgeflecht, es sorgt bei allen Arten für eine gute Belüftung.

Trotz ihrer erstaunlichen Anpassungsfähigkeit benötigen besonders die tropischen Arten ihr gewohntes warm-feuchtes Klima.

Andere Arten jedoch bevorzugen trockene Haltungsbedingungen. Dazu gehört normales Nagereinstreu mit Papierrollen oder Eierkartons. Diese Hilfsmittel dienen den Tieren auch als Versteckmöglichkeiten oder Rückzugsort. Einstreu aus Nadelholz, Tannenrinde und Tannenzapfen dürfen nicht verwendet werden, da sie giftige Öle und klebriges Harz beinhalten, was zum Tod der Tiere führt.

Bei der Ausstattung der tropischen Arten bevorzugt man als Bodensubstrat einen Waldhumus aus  Laubwäldern.

Um das Bodensubstrat feucht zu halten, muss der Boden genügend mit Laub bedeckt werden. Bei stark feucht gehaltenen Arten wie z.B Blaberidae spec. Kenya oder  Panchlora Arten helfen als Feuchtigkeitsspeicher ein „Erdsandgemisch“ oder Moosgeflecht.

Weiße Asseln oder Springschwänze sind hervorragende Reinigungspolizisten bei leicht feucht gehaltenen Schabenarten, da sie übrig gebliebene Futterreste, Schabenkot und Schimmelsporen fressen.

Eine Substrattiefe von 10 bis 15 cm ist zu empfehlen. Sollte sich jegliche Art von Schimmel bilden, kann dies auf zu hohe Luftfeuchtigkeit oder auf eine schlechte Luftzirkulation zurückzuführen sein. 

Auch Schaben mögen ein sauberes und kotfreies Zuhause. Sie sollten deshalb den Bodengrund regelmäßig (ca. alle vier bis sechs Wochen) auswechseln da sich nach einiger Zeit eine Schicht von Schabenkot ansammelt.

Bei einigen Schabenarten ist dies nicht ganz einfach, da sie ihre Ootheken ( Eierpackete ) ins Substrat ablegen.

Ich empfehle in dem Zusammenhang ein feinmaschiges Sieb, mit dem man den Kot absiebt. Dies bezieht sich vor allem auf trockengehaltene Arten, die auf Nagereinstreu oder auf Naturpellets gehalten werden.

Bei Schaben, die in Erde leben oder einen Waldhumus benötigen, muss nicht das ganze Substrat gewechselt werden, da sich der Kot der Tiere in der Erde zersetzt.

Einige Arten mögen es sehr zu klettern. Hier empfiehlt man als Dekoration Äste mit getrockneten oder frischen Blättern.

Diese dienen unter anderem als Versteckmöglichkeiten. Bei einigen Arten z.B bei der Oxyhaloa deusta ist es zu beobachten, dass sie die getrockneten Laubblätter fressen.

Es ist sehr wichtig, sich über die Haltung der einzelnen Schabenarten genauestens zu informieren, um den Tieren eine optimale Haltung anzubieten.

Die  Corydidarum arten  sind Gruppen von Tieren, die sich wie alle Schaben von Obst und ähnlichem ernähren. Diese sind aber auch auf Flechten angewiesen.

Die Temperatur spielt bei allen Schaben eine extrem wichtige Rolle.

Die optimale Tagestemperatur liegt bei 25°C-bis max. 35°C  und nachts bei Zimmertemperatur. Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit dürfen die Tiere nicht über 39°C oder weit unter Zimmertemperatur gehalten werden, da sie sonst in einen Schockzustand fallen, der zum Tode der Tiere führt.

Sollten noch Fragen aufkommen, stehe ich jederzeit zur Verfügung!!